BABYMETAL Live In Köln – Der Konzertbericht

3 Juli 2014: BABYMETAL erstmals live in Deutschland

von Ricardo Dietrich

Es war heiß, voll und stickig. So lässt sich der Zustand der Live-Music-Hall am vergangenen Donnerstag wohl am besten beschreiben. Im Rahmen ihrer World-Tour spielte das Kawaii-Metal Trio BABYMETAL sein bislang erstes und soweit einziges Deutschland-Konzert in Köln, nachdem sie zwei Tage zuvor einen grandiosen Tour-Auftakt in Paris hingelegt haben. Die Vorfreude war bei allen Beteiligten groß, nach knapp zwei Monaten Wartezeit, viel zu guten Videos von ihrem Paris-Auftritt und Verschwörungstheorien um unbedruckte Tickets ist das auch nur selbstverständlich.

Am letzten Donnerstag war es dann endlich soweit, der Tag des Konzerts ist endlich gekommen. Das bedeutete für mich Schule schwänzen um pünktlich um 13 Uhr am Kölner Hauptbahnhof sein zu können, wo ich mich noch mit einigen Fans gemeinsam vor dem Dom traf, nachdem ich bereits im Zug schon neue Bekanntschaften geschlossen habe. Zu fünft sind wir dann ein wenig um den Dom spaziert und die ersten Fotos wurden geschossen. Knapp eine Stunde später ging es auch schon wieder Richtung Hauptbahnhof. Auf, die letzte Bahnstrecke Richtung Köln Ehrenfeld zum Veranstaltungsort hinter uns bringen. Auf dem Weg nach Ehrenfeld und zu dem Restaurant, in dem noch gemütlich vor dem großen Auftritt in einer Gruppe etwas gegessen wurde, gesellten sich noch ein paar mehr Leute zu uns. So waren wir letzten Endes eine Gruppe von neun Leuten, die auch bis zum Konzertstart zusammen geblieben ist. Es war absolut entspannend, so frei über seine Lieblingsband reden zu können, in einem Kreis von Leuten, die einen auch tatsächlich nachvollziehen konnten.

Babymetal Cologne

Ankunft an der Live Music Hall in Ehrenfeld

Nach dem Essen war dann der nächste und letzte Stop: Die Konzerthalle. In der Warteschlange hat mich fast der Schlag getroffen: Ich habe noch sie so viele unterschiedliche Menschen versammelt gesehen. Verschiedenste Nationen und Musik-Genres waren vertreten: Japaner, Indonesier, Leute aus allen Teilen Deutschlands, Holländer und Bulgaren, sowie Punker, Metaller, Casual-Hörer und J-Pop-Fans. Ich lehne mich an der Stelle mal weit aus dem Fenster und wage zu behaupten, dass man so eine verrückt gemischte Menschenmasse sonst nirgendwo zu sehen bekommt, ganz großes Kino! Eine halbe Stunde vor Einlass und vielen Fotos von meinem Pappschild später öffneten sich die Tore zum Innenhof. Die Leute drängelten sich vor den Eingang und man spürte deutlich die Anspannung in der Luft: Jeder wollte limitiertes Merchandise haben. Punkt 19 Uhr wurde der Eingang geöffnet und der Kampf begann. Jeder wollte ein Legend-Shirt und eine der heiß begehrte Flaggen haben. Leider wurde ich an diesem Punkt von der kompletten Gruppe getrennt, dafür hab ich allerdings auch mein Legend-Shirt und eben die Flagge in die Hand bekommen. Nach dem Einkaufen sprinteten alle, so wie ich, direkt Richtung Bühne. Ich konnte einen Platz in der vierten Reihe erbeuten, den ich auch bis Ende des Konzerts nicht mehr verließ. Die letzte Stunde Wartezeit lies sich dann auch noch relativ gut vertreiben, man konnte die Leute um sich rum ja problemlos ansprechen und mit ihnen ein wenig plaudern, man verstand sich einfach super, obwohl man sich vorher noch nie gesehen hat. Toll!

BABYMETAL beginnen pünktlich um 20.00 Uhr

Nachdem schon eine viertel Stunde vor dem Konzert ordentlich eingeheizt wurde aufgrund der richtigen Musik und sehr gepackten Fans, welche jedes Mal total ausgeflippt sind, wenn sich etwas am aufgehängten Beamer getan hat, ging es dann um 20 Uhr endlich los: Nach einem kurzen Videoclip hörte man das Intro der Kami-Band und endlich viel der Vorhang… Anfangs war ich total überwältigt, man kann sich Bilder, Videos und sonstiges Material von Babymetal im Netz ansehen. Allerdings ist es noch mal eine ganz andere Hausnummer, wenn die drei Mädels so richtig live vor einem stehen. Obwohl ich aus dem Staunen nicht mehr rauskam, packte mich sehr früh der Flow der Menge und ich bin ordentlich abgegangen. Kleiner Minuspunkt des Konzerts: Zumindest in meiner Ecke der Halle war nicht wirklich viel los. Neben dem altbekannten “ Hey, hey“ und den fast schon festgelegten Passagen, bei welchen man springt oder mitsingt war leider nicht viel los. Ich kam mir teilweise schon etwas verloren vor als einziger, der komplett ausgerastet ist. Vielleicht wäre ich lieber weiter nach hinten gegangen während des Konzerts. Das erste „Set“ bestand aus „Babymetal Death“, „Ii ne!“ und „Uki Uki Midnight“. Danach wurden endlich Sus Backing Vocals ausgeschaltet und die Show konnte beginnen! Der Rest des Konzerts war eben so großartig. Die Kami-Band hatte immer mal wieder sehr gute Solo-Parts, welche einfach nur „göttlich“ waren. Schön zu wissen ist, dass auch die beiden Kleinen, Yui und Moa nun endlich immer mehr ohne Background Vocals auskommen. Ich konnte es zwar nicht genau raushören, aber ersten Videos und meinem Gefühl zufolge hatten die beiden anscheinend gar keine bis sehr wenige Backings. Auch sehr schön: Die Live-Band ist einfach nur perfekt eingespielt.

Absolute Profi-Musik

Spätestens nach dem Konzert kann mir keiner mehr erzählen, dass BABYMETAL keine Profi-Musik machen. Wenn man sieht, wie viel Spaß die Band beim Spielen hatte (Mikio war durchgehend am Lachen und Grinsen, ich konnte nicht ein einziges Mal eine ernste Mine von ihm sehen) und die beiden Gitarristen die Freiheit besitzen sich einige Soli hier und da zu klauen, weiß man einfach, dass man es nicht mit Amateuren zu tun hat. Beim letzten Song der offiziellen Setlist, „Gimme Choco!!“, ging es dann auch in meinem Bereich endlich etwas flotter zu. Zumindest ein paar Leute haben sich neben mir nun auch zum Bewegen aufraffen können. Danach gab es eine kurze Pause zum Durchlüften. Wir waren alle klitschnass geschwitzt und total ausgepowert. Die Halle hatte leider keine Klimaanlage, so wurde es schon gegen Hälfte des Konzerts unerträglich warm und stickig und die ersten Leute mussten an die frische Luft. Das hätte man besser regeln können. Zum Beispiel mit mehr Wasser für Durstige. Danach kam dann die Encore-Setlist, welche die letzten beiden fehlenden Lieder des Albums „Headbangeeer!!“ und „Ijime, Dame, Zettai“ beinhaltete. Ein Part von Headbangeeer!! wurde von Moa gesungen, praktisch ihr Geburtstagsgeschenk und Ijime, Dame, Zettai hat das Konzert perfekt, sowie das Album auch schon, abgerundet. Anstelle ihres bekannten „See You!“, gab es dann am Ende ein kurzes „Tschüss!“ von den drei Mädchen und es wurde höchste Zeit die Halle zu verlassen. Die Luft wurde nämlich langsam knapp und es wäre nur noch eine Frage der Zeit gewesen, bis die ersten Menschen umgekippt wären.

Tourposter

Die World Tour 2014 wurde erst vor vier Monaten angekündigt

Danach ging es dann mit dem Kollegen, den ich auch auf der Hinfahrt schon in der Bahn getroffen hatte direkt zurück nach Hause. Nicht nur wir waren total erschöpft und haben den Tag als sehr erfolgreich eingestuft. Insgesamt ist dies mit Abstand das beste Konzert gewesen, welches ich je erlebt habe. Für mich war das ein ganz besonderer Tag, die netten Fans, die neuen Bekanntschaften und natürlich die Mädels live machen diesen Tag unvergesslich, auf den ich mehr als vier Monate nach Ankündigung ihrer Europa-Shows bei Budokan gefreut habe. Vielen Dank an alle Leute, mit denen ich den Tag verbracht habe und eine angenehme weitere World-Tour an BABYMETAL. Meine persönlichen Highlights waren „Megitsune“, Gimme Choco und natürlich Ijime, Dame, Zettai, dessen Performance live, sowie auf Video einfach nur überragend ist. Bis dann auf’s nächste Konzert der drei Mädels hier in Deutschland!

Ein Konzertbericht von Ricardo Dietrich

 

SETLIST BABYMETAL Köln:

01] BABYMETAL DEATH
02] いいね! Iine!
03] ウ・キ・ウ・キ★ミッドナイト Uki Uki ★ Midnight
04] 神バンド (Performance of God Band)
05] 悪夢の輪舞曲 Rondo of Nightmare
06] おねだり大作戦 Onedari Daisakusen
07] Catch me if you can
08] 紅月-アカツキ- Akatsuki
09] 4の歌 Song 4
10] メギツネ Megitsune
11] ド・キ・ド・キ☆モーニング Doki Doki ☆ Morning
12] ギミチョコ!! Gimme Chocolate!!
アンコール (encore]
01] ヘドバンギャー! !(MOAMETAL聖誕祭version)
Head Bangya!! (MOAMETAL vocal version)
02] イジメ、ダメ、ゼッタイ Ijime Dame Zettai

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Als Fan von allem was JPop ist musste ich naturlich nach Köln um BABYMETAL zu sehen. Es ist leider nicht oft, dass es hier in Deutschland acts aus Japan oder Korea oder so gibt. Als Vergleich fur diesen Kommentar war ich auch schon auf Konzerten von AKB48, Shimokawa Mikuni, KOTOKO und einigen anderen weniger bekannten Japanischen Bands wie zB den Jellybeans die auch schonmal in DDorf beim Japan Tag waren. Erstmal vorweg: Meine (zugegebenermaßen extrem hohen) Erwartungen an dieses Event wurden nicht erfüllt. Schon beim Ankommen an die Live Music Hall bei Köln merkte man dass das kein „Triple A“… Read more »

Die Location war in der Tat mehr als daneben; wirklich sehr schade.
Das Mädchen mit den bunten Stiften gehörte nach meinen Informationen nicht zur Babymetal-Crew.

Criss

Da muss ich leider sagen eher mäßiger Berricht. Erstmal muss man immer die Location betrachten hinzu kommt was für ein Event geboten wird. So sind die Referenzen von sehr kleinen Konzerten und Auftritten auf einer Festivalbühne nicht mit einer mittleren Halle zu vergleichen. Zur Halle, Köln Live Music Hall halt, bietet Platz für ca. 1500 Leute also von der größe ordentlich. Nachteil schlechte Belüftung, Technische Anlagen veraltet. dafür aber auch relativ Kurzfristig zu Buchen. Da die Beliebten Hallen in dem Berreich meist über nen Halbes Jahr im Vorfeld ausgebucht sind. Dafür darfste nur die Booking Agentur verantwortlich machen. Um den… Read more »

Dismemberdave

Werte Babymetal-Fans! Ein bemerkenswerter Abend war das, da kann ich mich nur dem Konzertbericht und den anderen Kommentaren anschließen, wer ihn nicht erlebt hat, hat echt was verpasst! Mich hat das Event sehr,sehr geflasht, was Album, Blu ray und youtube aufzeichneten, war live imposanter und intensiver, kein Video kann zeigen, was in der Halle wirklich abging,man muss da einfach dabei sein und mit all seinen Sinnen genießen! Moshpits,Circle Pits, Wall of deaths,Pikachu in the pit, was will man mehr! Never ever hätte ich das erwartet, es war einfach ein grandioser Abend! Ob nun Halle nicht passend, Playlist zu kurz oder… Read more »

Manatos

naja.. also war ja auch nicht mein erstes konzert aber grade bei einer band wie baby metal die ja in ihren songs relativ viel sprach gesang haben der auch relativ ruhig und leise ist, bin ich der meinung das grade bei diesen abschnitten der sound mieserabel abgestimmt war.. denn auser dem bass hat man da wirklich nicht mehr viel gehört =(

Ricardo Dietrich

Ach ja die Halle… Gerade für Babymetal, welche zudem auch noch große Bühnen gewöhnt sind, hätte man ruhig mal ein wenig auspacken können. Angeblich sollten sie ja ursprünglich in der Lanxess-Arena spielen. Wäre auf jeden Fall angebrachter gewesen als so eine…. Schrotthalle ^^“ Gegen den Sound hatte ich so eigentlich nichts einzuwenden. Da bin ich wesentlich Schlechteres gewöhnt, könnte allerdings auch daran liegen, dass ich sonst eher so im Core-Genre unterwegs bin und da der Sound bei Konzerten standardmäßig schlecht ist :D

First Death!

Grüße, war auch dort, und es war der Hammer (btw. war der erste der raus getragen wurde, weil ich kreislauf verloren hatte), aber nach 10 minuten drausen bei den sanis und vieeeeel Wasser, bin ich direkt wieder in die Halle rein, und hab mich Hinten auf die Treppe setzen dürfen (die Barkeeper als auch die Sanis haben gemerkt, das es wohl ne schreckliche situation für uns Fans war, weshalb ich mich dort hinsetzen durfte) und konnte das Spektakel von hinten begutachten… alle Achtung an die Crowd… bis hinten zum Merch. war wirklich alles am topen (außer vereinzelt) … (das mit… Read more »